WHO IS AYŞE X

Wieso AYŞE X-Staatstheater?

Der Name AYŞE X ist als eine Form der Ehrung für die Münchner Filmschauspielerin Ayşe Çetin angedacht, die im Alter von 12 Jahren nach Deutschland kam und als Schauspielerin u. a. in Filmen wie „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende oder in Filmen des Regisseurs Alireza Golafshan und vieler weiterer Kunstschaffender mitwirkte. 

Als sie an ihre künstlerischen Grenzen stieß – etwa durch Rollenzuschreibungen, denen sie nicht weiter gerecht werden wollte –, brach sie mit der Schauspielkunst und widmete sich fortan, unter ihrem Decknamen „Angie C.“, dem Kampf um Gleichberechtigung, Gender Issues, LGBTQ+ Rights sowie dem Erhalt einer pluralen Gesellschaft und fordert heute ein neues Theater, offen benannt nach ihrem echten Namen, für sich und (X=) alle Künstler*innen, Mitstreiter*innen, Nachbar*innen und Freund*innen. Das AYŞE X-Staatstheater sieht, nicht nur, aber auch durch seinen Namen, die Perspektiven von Ayşe Çetin als Anknüpfungspunkt, um sich als weltoffener Kunstraum zu begründen.

Zugleich möchte der Terminus AYŞE X-Staatstheater, bewusst operierend mit dem Begriff Staatstheater und seiner monarchischen, wie auch durch den Nationalsozialismus geprägten, schwierigen Vergangenheit, die Frage aufwerfen, wer dazu berechtigt ist, als Namensgeber*in eines Theaterhauses, das in öffentlicher Hand liegt, in Erscheinung zu treten – und weshalb (nicht). Außerdem möchte das AYŞE X-Staatstheater untersuchen, ob und wie die geschlossene Institution Staatstheater überhaupt, im pluralen Sinne und den Entwicklungen der Gegenwart entsprechend, in eine neue Form der Offenheit, Achtsamkeit und Mitverantwortlichkeit überführbar ist. 

Freilich ist uns bewusst, dass viele der heutigen Staatstheater Mehr-Sparten-Häuser sind und natürlich haben wir uns die Frage gestellt, wie verschiedene Sparten in einem zukünftigen Staatstheater glücklich miteinander kooperieren können. Uns erschien eine Abkehr von dem Gedanken der Sparten letztlich sehr sinnvoll, da wir das Staatstheater der Zukunft als ein fluides System denken, in welchem Kunsträume nicht klar voneinander getrennt sind, sondern sich stattdessen gegenseitig befruchten können. Im AYŞE X-Staatstheater gibt es folglich Raum für unterschiedliche Genres von Kunst, auch wenn eine explizite Nennung von Sparten nicht gegeben ist.

 

ZUM GESAMTEN KONSTRUKT
DES AYŞE X STAATSTHEATERS
>>>(PDF-LINK)